Roger Schawinski im Interview mit der...
NZZaS: Hätten Sie «Verliebt in Berlin» geschaut, auch wenn Sie nicht Sat-1-Chef gewesen wären?
R.S.: Nicht regelmässig. Aber ich mache auch kein Fernsehen für mich, sondern für mein Zielpublikum, in diesem Fall für Frauen von 15 bis 40. Alles andere wäre dumm und eitel. In Deutschland werden die Zuschauerzahlen nach Alter unterteilt und täglich veröffentlicht, in der Schweiz ist das Geheimsache. Man will nicht kommunizieren, wie viele Menschen unter 50 zum Beispiel die «Arena» schauen. Das Resultat wäre ernüchternd. In Deutschland haben Talk-Sendungen bei den unter 50-Jährigen mickrige fünf Prozent Marktanteil.
NZZaS: Dafür gibt es Sendungen wie «Music-Star». Die hat hohe Quote und erreicht ein jüngeres Publikum.
R.S.: Die Frage ist: Soll man das im öffentlichrechtlichen Fernsehen sehen? Sind das die Inhalte, die mit Gebührengeldern finanziert werden sollen?
NZZaS: Warum nicht? Für viele bedeutet «Music-Star» beste Unterhaltung.
R.S.: Es ist eine Kopie und ein wenig ambitiöses Fernsehformat. Die Rollenmodelle, die in solchen Casting-Sendungen verbreitet werden, halte ich nicht für gut. [...]
Oct 20th