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Social Media dienen hierzulande (noch) meist dem Zeitvertreib. Während sich in den USA Firmen die Möglichkeiten dieser neuen Kommunikationsform nutzbar machen, folgen hiesige Unternehmen nur…
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How to lose an argument online
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Es ist der arbeitstätige Teil der Weltbevölkerung, der die neuen Kommunikationsmittel zum Überleben braucht. Viele der deutschen Linken, getrieben von einer Mischung aus Paternalismus und Wohlstandsneid, glauben nach wie vor, dass Mobiltelefon, Internet und Fernsehen Luxusartikel sind. Die Armen bräuchten Brot und Wasser. Das stimmt an und für sich, aber die Welt ist nicht mehr so schematisch, sie ist komplexer geworden. In manchen Orten ist Telekommunikation billiger als die essentiellen Konsumgüter. Hunderte Millionen können sich ohne Wasserversorgung und Strom durchschlagen, aber sie können nicht ohne ihr Handy überleben. Ein Handy bedeutet Zugang zu Arbeit, Kontakte mit Familie und Freunden und die absolut notwendigen Verknüpfungen mit den eigenen sozialen Netzen. Es hängt also auch direkt mit Urbanisierung und Migration zusammen. Und es hat natürlich große persönliche und symbolische Bedeutung.
Mir scheint es, als gebe es hierzulande die Einschätzung, dass das globale Proletariat, die Multitude, »Spielzeuge« wie Handys nicht haben dürfte. Wir empfinden es als unnötig, aber das ist nur so, weil wir sowieso in der Informationsgesellschaft leben. Der Surplus von Information für uns ist nicht so groß. Anderswo, wo Information knapp und zum Teil teuer ist, sind Mobiltelefone und PCs lebenswichtige Geräte.
— »Schluss mit dem Kulturpessimismus!« iz3w interview (in German) :: net critique by Geert Lovink