Anrüchig ist beim Dschungelcamp nicht die Sendung selbst, sondern was die anderen daraus machen. Wer Kulturverfall, Boulevardisierung und Sensationismus beklagt, der wird diese nicht in der klug geschriebenen Sendung finden, sondern in dem sie begleitenden medialen Tamtam wie bei Springer-Medien, stern.de oder Internetportalen, die fast unverändert RTL-Pressetexte weitergeben. Der Großteil der Berichterstattung zum Dschungelcamp delektiert sich in den Nacherzählungen der einzelnen Sendungen an Szenen mit genau jener faszinierten Verachtung, die Zietlow und Bach in ihren ironischen und letzlich moralischen Moderationen nicht haben.
Medien: Die Boulevardangestellten — Der Freitag